Mein Weg zum Brotsommelier

Teil 5: Geschmackvolle Kombinationen mit Brot

Während der Fortbildung zum Brot-Sommelier steht auch das Thema Foodpairing auf dem Lehrplan. Dabei geht es um die Kombination von Brot mit anderen Lebensmitteln, die zusammen verzehrt für eine Geschmacksexplosion im Mund sorgen!

Gemeinsamkeiten oder Gegensätze herausarbeiten

Das Grundprinzip beim Foodpairing ist einfach: Produkte, die über dieselben Aromen verfügen, harmonieren gut miteinander. Dafür werden Aromaprofile einzelner Lebensmittel erstellt. Helle Brote, die eher mild im Geschmack sind, sollte man demnach mit milden Dingen kombinieren, also zum Beispiel einen milden Weißwein dazu trinken. Aber auch scheinbar gegensätzliche Aromen können gemeinsam unglaublich spannende Kontraste erzeugen, zum Beispiel eine Laugenbretzel mit Nuss-Nugat-Creme. Man sollte einfach mal querdenken und selbst experimentieren.

„Beim Foodpairing geht es nicht um stures Befolgen von Regeln, sondern um Ausprobieren. Denn letztendlich sind Geschmäcker immer verschieden.“

Patrick Biehler, angehender Brot-Sommelier

Ich persönlich habe beim Thema Brot keine ausgefallenen kulinarischen Vorlieben, sondern mag zum Beispiel ein Mehrkornbrot und dazu Salami oder eine schöne Krakauer mit Kümmel. Auch wie dick man einzelne Brotscheiben schneidet, ist Geschmackssache. Beim Thema Butter scheiden sich bekanntlich ebenfalls die Geister. Während manche Menschen sie gerne richtig dick aufs Brot schmieren, mögen andere nur eine dünne Schicht. Natürlich ist Fett, also auch Butter, immer ein Geschmacksträger und transportiert manche Aromen noch mal ganz anders. Aber grundsätzlich gilt: Ein gutes Brot schmeckt auch pur immer köstlich.

Jetzt möchte ich Ihnen noch meine persönlichen Empfehlungen zu drei Broten aus unserem Sortiment verraten.

Frühlingsbrot

Hier ist der Name Programm: Denn dieses Brot (nur im März erhältlich) ist so bunt wie der Frühling. Neben Karottenstiften enthält es Sonnenblumen- und Kürbiskerne, Leinsaat, Hafer- und Roggenmalzflocken sowie Sesamsamen. Es wird in der Kastenform gebacken, besitzt eine tolle Frischhaltung sowie malzige und säuerliche Noten. Probieren Sie dazu Quark, angemacht mit Frühlingskräutern, Salz und Pfeffer und Radieschen als Beilage. Die Röstnoten des Sesams kommen in Kombination mit einem geräucherten Wacholderschinken wunderbar zur Geltung.

Gründerbrot Roggen

Dieses Brot besitzt tolle Röstnoten und feine Kaffeenuancen. Besonders gut dazu passen kräftige Wurstsorten. Ich persönlich esse es gerne mit einem würzigen Serranoschinken und genieße dazu einen Weißwein mit milder Säure, der die Säure des Brotes aufgreift.

Wer lieber Käse mag, kann zu Sorten wie Cheddar oder Roquefort greifen, die mit dem kräftigen Geschmack des Brotes mithalten können.

Gründerbrot Weizen

Im Vergleich zu seinem Bruder aus Roggen ist dieses Brot milder im Geschmack und besitzt leichte Butter- und Honignoten. Ich empfehle es zu einem Wurstsalat und dazu ein Bier oder Radler. Zum Frühstück können Sie es auch süß genießen, zum Beispiel mit Pflaumenmus oder Butter und Tannenhonig. Übrigens wird das Gründerbrot Weizen von Hand geschlungen. Mehr über die Herstellung erfahren Sie in der Reportage „Vom Korn zum Brot“.

Im nächsten Teil der Serie berichte ich hier über meine Abschlussprüfung zum Brot-Sommelier.