So wichtig wie der Schlafrhythmus

Es gibt so einige Trends beim Thema Ernährung: Mit „Vegetarisch“, „Vegan“, oder sogar „Paleo“
also Steinzeiternährung sind hier nur einige genannt. Bei letzterem beispielsweise wird viel Gemüse, sehr hochwertige Tierprodukte, Obst, aber kein Getreide und keine Hülsenfrüchte gegessen, ähnlich den Essgewohnheiten von Jägern-und-Sammlern eben. In einigen Städten gibt es spezielle Lokale die das anbieten, allerdings findet man auch in ganz „normalen“ Restaurants solche Speisen. Heutzutage gibt es anscheinend für jedes Produkt und jede Zutat eine Kategorie, je nachdem, was man sich gerade heraussuchen möchte. Mit jeweiligen Vor- und so manchem Nachteil. „Clean-Eating“ heißt zum Beispiel eine Ernährungsweise, wenn frische, unverarbeitete Zutaten verwendet werden, die weder gekocht, noch aufwendig zubereitet sind. Und dann gibt es natürlich auch das sogenannte „Superfood“, also Früchte wie die Goji-Beeren oder Chia-Samen die nicht nur exotisch klingen, sondern auch so schmecken und vielleicht ein bisschen Abwechslung in den Speiseplan bringen. Allerdings ist fraglich, ob diese tatsächlich jene gesundheitsfördernden Eigenschaften mitbringen, die ihnen zugeschrieben werden. Die Verbraucherzentrale äußert sich jedenfalls distanziert bis kritisch darüber. Und was ist die Lehre aus diesem weiten Feld, dieser Vielfalt an Begriffen, Ernährungsweisen und Trends?

Fragt man Ernährungswissenschaftler, dann sagen die beispielsweise, dass die Grundlage einer gesunden Ernährung in erster Linie der stetige Mahlzeitenrhythmus ist. Egal welchen Trend man lebt und welche Argumente man dabei vertritt: Der Körper braucht nicht nur Schlaf in regelmäßigen Abständen und zu ähnlichen Zeiten, sondern eben auch eine ausgewogene und sinnvoll verteilte Ernährung und damit Energiezufuhr. Ab dem Moment da wir uns morgens aus dem Bett erheben wird diese notwendig, beginnend mit dem Frühstück. Danach sollte der Abstand zwischen den Mahlzeiten zwischen drei und fünf, maximal aber bei sechs Stunden liegen. Nicht viel mehr darüber, aber auch nicht darunter. Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sind vorteilhafter als drei sehr große, aus denen man voll, gesättigt und schwerfällig herausgeht. Gerade das Gehirn ist darauf angewiesen mit Nährstoffen aus dem Blut versorgt zu werden, denn es kann im Vergleich zu vielen anderen Organen im menschlichen Körper keine Energievorräte bilden. Unser Gehirn benötigt rund 100 – 140 Gramm Kohlenhydrate pro Tag, damit wir kreativ und effizient arbeiten können, also Pasta ebenso wie Brot und Kartoffeln sind erlaubt. Wenn diese nicht gerade kurz vor dem Schlafengehen gegessen werden. Weniger geeignet – aber wem muss man das noch sagen – sind natürlich Schokoriegel: Der Zucker gelangt zwar schnell ins Blut, etwas später allerdings rutscht der Blutzuckerspiegel dann aber wieder in den Keller. Wenn wir uns also wundern, warum wir plötzlich so müde sind, sollten wir auch einen Gedanken daran verschwenden, was wir kurz zuvor gegessen haben, denn auch Müdigkeit kann das Ergebnis von schnell zugeführter Energie sein und dann hilft auch der gesunde Schlafrhythmus nicht mehr.

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