K&U eröffnet die Grillsaison

Nicht erst seit der Zeitumstellung ist es abends wieder länger hell, auch die Sonne steht endlich wieder höher und heizt an manchen Tagen schon wieder bis in den frühen Abend richtig ein.

Höchste Zeit also, die Eröffnung der Grillsaison in Angriff zu nehmen. Übrigens: Der erste Grillabend des Jahres kommt völlig verlustfrei ohne das unsägliche Wort „angrillen“ aus, das ursprünglich nichts anderes bedeutete als Fleisch o.ä. kurz und unter Einsatz höherer Temperatur auf dem Grill scharf anzubraten. Inzwischen scheint es seinen Weg aus dem Hipsterverschlag in den Mainstream geschafft zu haben. Mit neuer Bedeutung. Eben für das erste Anwerfen des Grills in der neuen Saison. Daran ist auch gar nichts auszusetzen – notwendig ist aber trotzdem anders.

Die Frage, die sich vielen jedes Jahr aufs Neue stellt, ist: Passt das Equipment bzw. was muss noch angeschafft werden? Um es gleich vorweg zu nehmen: Ein schicker Weber-Grill (und hier besonders deren Gasgrill) mit drei Hochleistungsbrennern hat vielleicht durchaus was für sich, tut aber keineswegs not. Wichtiger, und immer wieder völlig vernachlässigt ist vielmehr, dass man beim Grillen mehrere Temperaturzonen verfügbar hat. Das geht mit teurem Equipment natürlich fast per Knopfdruck. Allerdings kann man durchaus auch mit einem 10-Euro-Kohlegrill aus dem Baumarkt ein perfektes Steak zaubern, solange man ein paar Grundregeln beachtet:

  1. Manche mögen’s heiß. Und zwar richtig heiß! Grillen bedeutet Hitze. Die Kohle muss glühen, denn zum scharfen Anbraten braucht es hohe Temperaturen. Schnell und einfach lässt sich das mit einem Anzündkamin bewerkstelligen. Kosten: ca. 15 Euro. Vorteil beim Einheizen: unbezahlbar.
  2. Raum ist in der kleinsten Hütte. Oder in diesem Fall: Gar- und Ruhefläche ist auf dem kleinsten Rost. Wenn die Kohle richtig glüht, diese nicht einfach gleichmäßig auf die Grillfläche verteilen, sondern zirka die Hälfte des Grills unterhalb der Rostfläche frei lassen. Durch indirekte Hitze erhält dieser Bereich des Rosts noch genügend Temperatur, um ihn fürs langsame nachgaren oder warmhalten zu nutzen. Die mit Kohle unterlegte Rostfläche dient umgekehrt dem eigentlichen, direkten Grillprozess.
  3. Erst kurz und heftig, dann langsam und ruhig. Sprich: Das Steak je nach Abstand der glühenden Kohle zum Rost ca. 1-2 Minuten pro Seite scharf angrillen, anschließend je nach gewünschter Garstufe unter indirekter Hitze (siehe Punkt 2) ruhen lassen/nachgaren, bis die richtige Kerntemperatur bzw. Garstufe erreicht ist. Unabdingbar für diesen Zweck – es sei denn, man hat es wie bei Loriot und seinem Frühstücksei im Gefühl – ist ein einfaches Fleischthermometer. Kosten: ca. 5-10 Euro.Kurze Übersicht der Gar-/Kerntemperaturen bei Rindfleisch:

    –    englisch: 47°C
    –    medium: 52-55°C
    –    rosa 57-60°C
    –    fast durch: 65°C
    –    durch: 68°C

  4. Zusammen is(s)t man weniger allein. Ein gutes Steak lässt sich mit Kräuterbutter ohne weiteres als reiner Solist genießen. Besser schmeckt es aber garantiert in netter Gesellschaft. Neben dem richtigen Bier oder Wein braucht es zu guter Letzt die richtige Beilage. Statt schwerer Fritteusenkost oder Nudelsalat ist ein kräftiges Roggenmischbrot oder Olivenchiabatta sicherlich der bessere Begleiter.

Wir werden Sie im Laufe dieser Grillsaison regelmäßig mit Tipps rund ums Grillen auf diesem Blog versorgen. Folgen Sie uns auf Facebook, wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen!

Bild (c) Flickr/_BuBBy_, Lizenz: CC BY 2.0